Etiopian Airlines 737-8 MAX abgestürzt

  • bei Southwest erhalten die erst im März 2019 einen MAX Simulator.

    Richtig und solange wird bei anderen Anbietern geschult. Unter anderem bei Boeing in MIA. Dort hat im übrigen auch TUI seine ersten Piloten geschult. Es gibt genügend Airlines, welche sich keinen eigenen Simulator leisten, sondern bei andere Anbietern Simulator Stunden kaufen.


    Kleine Anmerkung: Wie Schulungen und in welchem stattzufinden haben, entscheiden nicht die Airlines, sondern die Zulassungsbehörde.

  • war halt nie die Bedingung zuerst in einem MAX Simulator üben zu müssen, bevor man das Teil fliegen darf.


    Die Piloten haben, wie oben mitgeteilt, nur wenige Stunden Videomaterial zur Verfügung gestellt bekommen.

    Die MAX ist ja sozusagen zu 97 % (?) eine 737NG.


    Letzendlich wollte das natürlich keiner. Niemand will solche Schäden verursachen.


    Aber Du kennst das ja selber. Der Kostendruck ist enorm und da spart man wo man kann.


    Siehe auch die VW Affäre. Da hat man mit einer Mogelsoftware rumgemurkst, nur um die teueren (Adblue) Systeme nicht einbauen zu müssen. Auch mit extremen wirtschaftlichen Folgen.

  • Eine Ergänzung in Richtung Schrauber. Industrielle Prozessleitsysteme protokollieren jeden Mausklick der Anwender. Haben die Aufzeichnungen der Flugschreiber eine ähnliche Tiefe, die erklären lässt, warum es den Piloten nicht gelang, die Kiste in „Handsteuerung“ zu nehmen? Ein Aspekt dieser Unglücke, den ich noch nicht verstehe.

    DFDR zeichnet alle technischen Daten auf, sowie Sensorik und jeden Schaltvorgang im Cockpit. Nur allein die Auswertung des DFDR hilft nicht, sondern man benötigt auch die Daten des Voice Recorders. Erst beide zusammen können ein recht genaues Abbild der Situation ergeben.


    Ja warum schaffen es manche Piloten nicht, Flieger aus einer prekären Situation heraus zusteuern? Hier kommt der Human Faktor ins Spiel. Wir alle sind nur Menschen und jedem können Fehleinschätzungen und Falschinterpretation unterlaufen, auch gibt es unterschiedliche Tagesformen. Da kann auch nicht immer ein Training im Simulator helfen.


    Beispiele für Fehleinschätzungen sind unter anderem der Birgin Air Absturz und der AF A330. Jeder Pilot bekommt schon in der Grundschulung beigebracht, bei Ausfall der Geschwindigkeitsanzeige im Reiseflug die Lage und Triebwerksleistung beizubehaltend und sollte es doch zu einem Strömungsabriss kommen, die Nase der Maschine zu senken und nicht wie geschehen am Stick ziehen.


    Ich empfehle jedem mal die Reihe "Mayday Alarm im Cockpit". Gibt es auch auf youtube.


    Viele Grüße der Schrauber

  • Und bei sehr diskreter "Schadenfreude"
    fragt sich Airbus jetzt auch ob sie die tödliche Zecke in Pelz haben......


    Andi ( gerne "Luftfahrtexperte" für Pro7/Sat1 oder AstroTV)

    Ich finde deinen Kommentar, ganz vorsichtig ausgedrückt, geschmacklos und sowas von Sinnfrei. Ich bin mir 100% sicher, das im Angesicht von mehreren 100 Menschenleben, kein einziger bei Airbus oder sonst einem Hersteller die geringste Schadenfreude empfindet, sondern tiefste Betroffenheit.

    Sinnfrei? dagegen verwehre ich mich durchaus!

    Geschmacklos?

    Mag sein, wart's ab was noch alles in den nächsten Tagen im TV kommt....

    "Tiefe Betroffenheit, Wut und Trauer" <-- ist bei mir eine Druckertaste.


    Andi

    "Flieg' wie ein Igel - in den See" (Steve Miller Band)

  • was ich sehr gut finde ist, dass in der Luftfahrtbranche solche Unfälle schnell aufgeklärt werden, damit es keine Wiederholungsgefahr gibt.


    In anderen Bereichen gibt es das leider nicht. In Deutschland sterben jedes Jahr zig tausende Patienten an MRSA Keimen, die sie sich in unhygienischen Krankenhäusern einfangen, aber da spricht keiner von. In Holland z.B. gibt es sowas nicht.


    Nach der Statistik müssten die Deutschen eigentlich am meisten Angst haben wegen der Misstände in Krankenhäusern elendig zu verrecken, als an Flugzeugabstürzen oder Terroranschlägen.